Bayerische Automobilindustrie erleidet starken Rückgang auf dem chinesischen Markt, doch das Mini-Label wird zum Glanzpunkt

Laut der Münchener "Merkur" berichtet: Die Verkaufsrückgänge des deutschen Automobilkonzerns BMW hielten sich im Jahr 2026 weiterhin in Gang – insbesondere auf dem chinesischen Markt zeigte sich ein dramatischer Abschwung. Doch innerhalb des Konzerns gab es nicht ganz ohne positive Nachrichten.

Im zweiten Quartal 2026 wurde der chinesische Automobilmarkt erneut zur „Hürde“ für BMWs Ergebnisse und zwang den bayerischen Automobilhersteller in negative Wachstumsraten. Diese regionale Schwäche ist mittlerweile zu einer bedeutenden Herausforderung für die gesamte deutsche Automobilindustrie geworden.

Nach Angaben von BMW sank die weltweite Liefermenge im Zeitraum April bis Juni dieses Jahres um 4,9 % gegenüber dem Vorjahr auf 590.962 Fahrzeuge – deutlich unter dem Wert des Vorjahreszeitraums. Auf den ersten Blick nur eine Zahl, doch dahinter verbirgt sich ein tiefgreifenderes Problem: Der Zuwachs auf den westlichen Märkten kann den enormen Einbruch im chinesischen Markt nicht mehr kompensieren.

Die Entwicklung im chinesischen Markt war besonders enttäuschend. BMW gab an, dass die Verkäufe im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahr um 30 % zurückgingen und lediglich 117.815 Fahrzeuge erreichten. Auch andere Märkte in der Region Asien-Pazifik zeigten eine schwache Performance. BMW hatte bereits früher darauf hingewiesen, dass die anhaltende Flaute auf dem chinesischen Markt einer der Hauptgründe für die erhebliche Senkung der Gewinnprognose des Unternehmens sei.

Dagegen verliefen die Entwicklungen in Europa und den USA stabil. Im zweiten Quartal stieg der Absatz in Europa um 5,4 % auf 260.173 Fahrzeuge, in den USA um 9,5 % auf 134.405 Fahrzeuge; der heimische deutsche Markt wuchs ebenfalls um rund 9,4 %.

Auf Markenebene zeigten sich deutliche Unterschiede. Das Mini-Label überzeugte mit beeindruckenden Zahlen: Im zweiten Quartal stieg der Absatz um 17 % auf 81.035 Fahrzeuge und wurde damit zu einem großen Lichtblick innerhalb des Konzerns. Im Gegensatz dazu gingen sowohl der Hauptmarkenabsatz von BMW als auch der von Rolls-Royce zurück. Der Absatz der Hauptmarke BMW ging um 7,7 % auf 508.675 Fahrzeuge zurück. Der Luxusmarkenhersteller Rolls-Royce wies im zweiten Quartal den größten Rückgang aller Marken des Konzerns auf: Der Absatz sank um 11,5 % auf nur noch 1.252 Fahrzeuge. Obwohl die Auswirkung auf den Gesamtabsatz aufgrund des geringen Basisumsatzes begrenzt ist, schwächte dies die Position von BMW im Segment der Ultra-Luxusfahrzeuge und übt Druck auf die Rentabilität aus.

Die Elektroautoverkäufe wurden zum Hoffnungsträger im zweiten Quartal bei BMW. Laut eigenen Daten stieg der Absatz reiner Elektrofahrzeuge in Europa im zweiten Quartal um 38 % gegenüber dem Vorjahr auf 81.445 Fahrzeuge. BMW betonte zudem, dass das Unternehmen im zweiten Quartal dieses Jahres in Deutschland erneut auf Platz zwei bei den Neuzulassungen von rein elektrischen Fahrzeugen rangierte – hinter Volkswagen.

Jochen Goller, Direktor für Vertrieb beim BMW-Konzern, erklärte in einer Erklärung: „Trotz zahlreicher globaler Herausforderungen konnten wir uns erfolgreich in den Märkten Nordamerikas und Europas steigern.“ Außerdem teilte er mit, dass das neue Modell iX3 derzeit gut auf dem Weg zur Zielmarke von 100.000 Bestellungen sei. Dieses neue SUV gilt als zentrales Produkt im elektromobilen Angriffsszenario von BMW und könnte zukünftig den Absatz von Elektrofahrzeugen im Konzern weiter vorantreiben.

Verkaufszahlen 2026: BMW schlägt Mercedes-Benz und Audi leicht. Unter den drei führenden deutschen Luxusautomobilherstellern bleibt BMW aktuell noch leicht über seinen Wettbewerbern. Mercedes-Benz verzeichnete im zweiten Quartal einen Rückgang von 6 % auf 511.900 Fahrzeuge; Audi fiel um über 8 % auf 367.139 Fahrzeuge.

Diese Zahlen zeigen deutlich, dass sich die Marktlage für bisher so erfolgreiche deutsche Luxusauto-Marken signifikant verändert hat.

Aus industriepolitischer Sicht reichen ein starker Heimatmarkt sowie der amerikanische Markt mittlerweile nicht mehr aus, um die langfristige Entwicklung deutscher Automobilhersteller zu sichern. Zukünftig entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit werden wettbewerbsfähige Elektrofahrzeuge, strenge Kostenkontrolle und tragfähige Strategien für den asiatischen Markt sein.

Gleichzeitig stehen europäische Autofabriken vor erheblichen Betriebsdruck. Analyseberichte gehen davon aus, dass etwa ein Drittel der europäischen Autowerke möglicherweise vor dem Schließungsrisiko stehen könnten.

Quelle: rfi

Originaltext: toutiao.com/article/1870550021275648/

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